Wie gehe ich mit der Eintragung im Grundbuch um? Das fragen sich viele Eigenheimbesitzer, wenn das Immobiliendarlehen vollständig zurückgezahlt ist. Einerseits wären sie die Grundschuldeinträge gerne los, andererseits könnten sie die Grundschuld eines Tages wieder benötigen.

„Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht“, erklärt Finanzierungsexperte Michael Winter von MeinBestzins.de. Welche Entscheidung die beste ist, hänge vom Einzelfall ab. Drei mögliche Varianten beleuchten wir hier näher.

Grundschuld stehen lassen

Das vermeintlich einfachste Vorgehen ist es, nichts zu unternehmen – den Grundschuldeintrag nicht zu löschen. Die eingetragenen Grundschulden bleiben bestehen. Dies könne sogar ein Vorteil sein, so der Finanzierungsexperte aus Oberhavel. Denn wer in Zukunft eine erneute Kreditaufnahme plant, könne die bereits vorhandenen Grundschulden wieder nutzen. „Allerdings nur, wenn der Kredit bei dem gleichen Kreditinstitut aufgenommen werden soll“, so der Experte.

Wer den Kredit hingegen bei einem anderen Geldinstitut aufnehmen will, muss die Grundschulden umzuschreiben oder eine sogenannte Abtretung vornehmen lassen. „Diese Variante ist immer noch günstiger als die Eintragung neuer Grundschulden“, so Winter.

Er verweist jedoch auf einen großen Haken: Wenn weitere Kredite bei der Bank existieren, etwa wegen einer Kfz-Finanzierung, dient die Immobilie weiterhin als Sicherheit. Im schlimmsten Szenario könnte es zur Zwangsvollstreckung der Immobilie kommen.

Grundschuld in eine Eigentümergrundschuld umwandeln

Um das zu vermeiden, ziehen es viele Immobilienbesitzer vor, ihre Grundschulden in sogenannte Eigentümergrundschulden umzuwandeln. Dann lauten die Grundschulden auf sie selbst. „Das klingt unlogisch, kann aber praktisch sein“, so der Finanzierungsexperte von MeinBestzins.de.

Durch die Umwandlung verliert der alte Grundschuldgläubiger – der Kreditgeber – seinen Sicherungsanspruch. Der Immobilienbesitzer behält jedoch die Möglichkeit, die eigene Grundschuld jederzeit umzuschreiben oder abzutreten. Sollte er eines Tages wieder einen Kredit aufnehmen wollen, wäre die Grundschuldabtretung kostengünstiger und weniger aufwendig als eine erneute Grundschuldeintragung.

Grundschuld löschen

Ist der Kredit abbezahlt, kann die Grundschuld aus dem Grundbuch wieder gelöscht werden. Dies sorgt für klare Verhältnisse. Die Bank stellt die Löschungsbewilligung kostenlos aus. Voraussetzung ist der vollständig zurückgezahlte Kredit. Mit der Löschungsbewilligung wendet man sich an einen Notar, der beim Grundbuchamt die Löschung der Schuld veranlasst. „Dabei entstehen Kosten für den Notar und die Gebühren, die vom Grundbuchamt erhoben werden“, erklärt der Finanzierungsexperte.

Liegt eine Löschungsbewilligung vor, beschleunigt das beispielsweise den Immobilienverkauf Nachteil ist jedoch: Wird eines Tages ein Darlehen benötigt, dass die Bank nur gegen Eintragung einer Grundschuld auszahlt, muss das Grundpfandrecht neu eingetragen werden – das ist wieder mit Kosten und Aufwand verbunden.

Ihr Experte rund um die Immobilienfinanzierung

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